Unser körpereigenes Hormon Somatostatin hat viele Funktionen, vor allem im Bauchraum: es reguliert, zusammen mit anderen Botenstoffen, die Entleerung der Gallenblase, die Bewegungen des Darmes, die Abgabe von Verdauungsenzymen und Insulin durch die Bauchspeicheldrüse und vieles mehr.
Dieses Hormon wird sehr schnell abgebaut. Mit den Somatostatinanaloga hat man eine Form in monatlichen Spritzen entwickelt, die ihre Arbeit 4 Wochen lang erfüllt: das Wachstum der NET-Zellen und die übermäßige Abgabe von Hormonen durch sie (wie Serotonin, Gastrin, Insulin, Glukagon und andere seltene Hormone) bremsen. Natürlich können sie auch in die anderen Regelkreise eingreifen und so allerhand im Bauch durcheinanderbringen.
Sie können die Funktion der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege oder des Darms beeinflussen und so unerwünschte Nebenwirkungen wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Kopfschmerzen, Gallensteine, eine Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker) und Verstopfung, hervorrufen.
Und hier ein paar Tipps für Sie:
Falls Sie Durchfälle, Blähungen und Bauchschmerzen haben, ist wahrscheinlich Ihre Fettverdauung gestört und Sie haben Fettstühle. Diese erkennen Sie daran, dass Ihr Stuhlgang voluminös, lehmfarbig, schaumig, schmierig und von penetrantem Geruch ist. Er schwimmt auf der Wasseroberfläche und Sie benötigen viel Toilettenpapier und die Toilette ist nach dem Spülen nicht sauber. Evtl. ist auch Ihr After wund oder brennt.
Um dies zu ändern, benötigen Sie Verdauungsenzyme wie z. B. Kreon, Pangrol, Pankreatan, oder Cotazym. Das darin enthaltene Gemisch aus Verdauungsenzymen wird aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen gewonnen. Die Enzymkapseln gibt es in verschiedenen Kapselgrößen.
Enzymeinnahme: Im Durchschnitt benötigen Sie 2.000 Einheiten Lipase pro 1 g Fett.
Der Bedarf kann auch höher sein.
Einnahmebeispiel:
Bei 3 Kapseln pro Mahlzeit (mit je 25.000 Einheiten): Nach 1-2 Bissen nehmen Sie die 1. Kapsel, die 2. Kapsel in der Mitte der Mahlzeit und die 3. Kapsel kurz vor den letzten beiden Bissen der Mahlzeit. (Sandwich- oder Pizza-Prinzip).
Nicht zu viel dazu trinken.
Hilfen für die Fettberechnung der Lebensmittel:
https://www.kreon.de/de-de/weiterfuhrende-informationen/material-zum-download
In der Broschüre „Fett for Life“ gibt es eine Tabelle mit dem Fettgehalt der einzelnen Lebensmittel.
https://www.pankreatan.de/service-tipps/dosierung
mit Videos und Rezepten
https://www.was-essen-bei-krebs.de/wp-content/uploads/2019/08/Lebensmittelliste_Pankreasenzyme.pdf
Aufstellung von einzelnen Lebensmitteln mit Fettgehalt
Hilfreicher Tipp: Ernährungstagebuch führen am Anfang!
https://www.netzwerk-net.de/wp-content/uploads/2023/07/ErnTagebuch.pdf
Bei den Enzymen bitte noch beachten:
Bei Temperaturen über 25 Grad sollten Sie Ihre Enzyme in den Kühlschrank stellen und unterwegs in einer kleinen Kühltasche transportieren.
Es gibt im Handel kleine Kühltaschen für Insulin. Diese sind so groß wie ein Mäppchen und darin sind Ihre Enzyme vor der Hitze geschützt.
Sie haben schon länger Durchfälle und Fettstühle?
Durch die mangelnde Fettverdauung geht nicht nur wertvolle Energie verloren (drohender Gewichtsverlust), sondern auch diefettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Der Spiegel dieser Vitamine kann im Blut bestimmt werden.
Falls ein Mangel besteht, sollte dieser intramuskulär, durch eine Spritze, ersetzt werden. Dafür benötigt man ein Rezept vom Arzt mit genauer Angabe der benötigten Vitaminmenge.
Eine Stuttgarter Apotheke fertigt diese Ampullen individuell und zuverlässig an:
https://www.aa-s.de/apotheke/vitamine-adek.html
Alte Apotheke
Stuttgarter Straße 51, 70469 Stuttgart
Telefon 0711 540855 25.
Außerdem sollten Sie auch Ihren Vitamin B12 Wert bestimmen lassen. Falls Sie da auch einen Mangel haben, kann dieser ebenfalls durch eine Spritze ersetzt werden.
Blutzuckerkontrolle:
Die Bauchspeicheldrüse ist auch für die Blutzuckerregulierung zuständig. Bitte lassen Sie Ihren HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker) untersuchen. An diesem Wert sieht man den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 8 bis 12 Wochen und dieser dient der Diagnose sowie Verlaufskontrolle. Falls Sie sich immer wieder zittrig, schwach und unwohl fühlen, sollten Sie Ihren Blutzucker blutig (mittels „Fingerpieks“) messen. Evtl. sind Sie im Unterzucker und benötigen dann etwas zu essen.
Haben Sie diese Beschwerden öfters, klären Sie dies bitte ärztlich ab.
Wir hoffen, diese Tipps helfen Ihnen weiter.